Genaikon: Strophe 1
GottheitDie erste Strophe des Genaikon
Am Anfang war das Nichts allein
Ein stofflich unbestimmtes Sein
Das Element fand seinen Platz
Im Einklang mit dem Gegensatz
Die Leere statisch, starr und kalt
Ein singulärer Ruf erschallt
Doch jeder klang bleibt unvernommen
Dann Ward aus nichts zugleich ein Sein
Dem Lebenswillen starker Schein
Verleiht ihm Stoff und Form und Leben
Wird mit Zeit ihm Schönheit geben
Struktur und Regel, Form und Wille
Fluider Geist mit fester Hülle
So wurde Nirada ersonnen
Illumiell die hohe Magd
Erleuchtet immer drein den Tag
Sie weist den Weg zu Schätzen hin
Im Äußeren und Inneren
Gibt allen Rat in finst‘ren Tagen
Weiß Lösungen zu allen Fragen
Lehrt unerbittliche Lektionen
Nocte, Prinz der Dunkelheit
Vor Meineid und Verrat gefeit
Finsternis verdeckt sein Lachen
Lässt ihn heimlich List entfachen
Hilft den seinen immerzu
Mit allen Mitteln, kein Tabu
Unverstanden, Aversionen
Nim, die Künstlerin in weiß
Ist rein in Absicht, Tat und Geist
Tupft Punkte an das Firmament
So dass alsdann der Himmel brennt
Hoffnung gibt sie hin in Scharen
Lässt sie jederzeit erfahren
Lebenskraft im Überschwang
Morn, die schwarze Eifersucht
Steht hoffnungslos in tiefer Gruft
Dort sichert er die Schöpfung strikt
Auf dass er rechte Pein erblickt
Gibt jeder Seele Wandlungskraft
Und Fähigkeit zur Meisterschaft
Gerechtigkeit als baren Drang
Karchos, Siechtum und Gebrechen
Schuldhaft der geeinten Schwächen
pertinente Pestilenz
Ein Leben das durch Krankheit glänzt
Ein Tod der allesamt umschlingt
Wenn das Motiv alsdann erklingt
Denn Sorge triumphiert zuletzt
Ziltra, Kind der steten Zeit
Schreitet ewig, blind, geweiht
In ätherisch weiten Sphären
Die dem Raum vollends entbehren
Bilden Leiden, heilen Wunden
Bleibt in Gegenwart verschwunden
Nicht nur die Hülle wird verletzt
Die Ähnlichkeit in blassen Formen
Streiten doch ergänzen sich
Und geben schicksalhaften Normen
Gleichsam ihren linden Stich
Dichotome Einsamkeit
in vielfacher Gemeinsamkeit
Einzelding und Welt vereint
Dunkel, schwarz und Krankheit finden
Gleichsam die gerechte Wut
Licht, Weiß sowie Zeit verbinden
Dasein mit dem hohen Gut
waren sie zu Anfang einsam
suchen sie indes gemeinsam
Nach dem einen wahren Feind